Urban Waste Water Directive (UWWTD)

Autor: Lilli Fida, Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs, 05.10.2023

Kommunale Abwasserrichtlinie der EU – VÖWG-Stellungnahme

Wesentliche Punkte der aktuellen Parlamentsversion hinsichtlich der zuvor abgegebenen VÖWG-Stellungnahme sind:

  • Artikel 5 – CA 3 – integrierte Pläne für die kommunale Abwasserbewirtschaftung

Dieser Artikel sieht vor, dass die Mitgliedstaaten bis zum 31. Dezember 2030 sicherstellen, dass ein integrierter Plan für die Bewirtschaftung von kommunalem Abwasser für Gemeinden mit EW von 100.000 und mehr erstellt wird. Zwei Jahre nach dem Inkrafttreten der Richtlinie soll dies auch für Gemeinden mit 10.000 bis 100.000 EW geschehen, solange eine oder mehrere der genannten Bedingungen unter Berücksichtigung historischer Daten und modernster Klimaprojektionen, einschließlich saisonaler Schwankungen, eintritt. Eine dieser Bedingungen besagt, dass der Regenwasserüberlauf nicht mehr als etwa 1 % der jährlichen gesammelten kommunalen Abwasserfracht, berechnet bei trockenem Wetter, ausmachen darf.

In diesem Artikel konnten sich die Anliegen des VÖWG nicht zur Gänze durchsetzen. Obwohl eine Fristenverlängerung umgesetzt wurde, blieb es jedoch bei einem Richtwert von 1 % Regenwasserüberlauf. Dies ist als sehr problematisch zu sehen, da dieser unverhältnismäßig niedrig, nicht ausreichend definiert und ohne Berücksichtigung der regionalen Unterschiede in der Niederschlagsmenge angeführt ist. Für eine praktische Umsetzung wäre es hier notwendig, die Parameter zu spezifizieren, auf die sich die Abwasserbelastung bezieht. Während bei bestimmten Kohlenstoffparametern eine Annäherung an das Ziel nur durch massive Erweiterungen möglich wäre, wäre dies bei einem Bezug auf Stickstoff unmöglich umsetzbar. Da sich der 1 % Wert nur auf „Trockenwetterbedingungen“ bezieht ist die Berechnung der Abwasserbelastung zu ungenau und der VÖWG hatte eine Umformulierung auf „Trockenwetterabfluss“ gefordert.

  • Artikel 7 – CA 5 – Drittbehandlung

Dieser Artikel stellt die Anforderungen und Grenzen hinsichtlich der EW-Zahl für die Anwendung der dritten Reinigungsstufe und die mithergehenden Phosphor- und Nitratgrenzwerte.
Erfolge in diesem Artikel stellen vor allem die nach hinten verschobenen Fristen dar, welche jedoch bestenfalls noch höher ausfallen. Des Weiteren wurde sich darauf geeinigt, dass nicht mehr jede einzelne Nitrat- und Phosphorprobe den Ansprüchen, welche in diesem Artikel gesetzt werden, entsprechen muss, sondern nur mehr der jährliche Durchschnitt der entnommenen Proben. Es ist gelungen, die Prozentzahlen der Nitratentfernungswerte bis 2035 / 2040 auf 75 % / 80 % zu reduzieren, es wurden jedoch jene der Phosphatentfernungswerte auf 90 % / 93 % angehoben. Dasselbe gilt auch bei den Werten für die maximale Konzentration der Stoffe. Das Parlament hat sich auf eine Erhöhung der maximalen Nitratkonzentration auf 8 mg/l, jedoch eine Reduktion der maximalen Phosphorkonzentration auf 0,2 mg/l geeinigt. Bezüglich dieses Absatzes wurde auch der gewünschte Zusatz hinzugefügt, dass Tage, an welchen Temperaturen unter 12 °C gemessen werden, für die Berechnungen der Phosphat- und Nitratentfernungswerte nicht relevant sind. Noch hinzuzufügen ist, dass die Probenhäufigkeit, welche auf Annex 1 verweist, in diesem zu Gunsten der Position des VÖWG angepasst wurde.

  • Artikel 8 – CA 20 – Viertbehandlung

Dieser Artikel stellt die Anforderungen und Grenzen der EW-Zahl für die Anwendung der vierten Reinigungsstufe.

Die Einwohnerwertgrenze jener Kläranlagen, welche verpflichtet sind, die vierte Reinigungsstufe umzusetzen, wurde auf 150.000 erhöht. Ein bestehendes Problem bleiben die gesetzten Fristen in diesem Artikel, denn die Position des Parlaments verschärft diese sogar um ein bis zwei Jahre. Des Weiteren wäre es sehr wichtig, eine Verknüpfung mit der Herstellerverantwortung herzustellen. Um Planungs- und Investitionssicherheit, und somit letztendlich Versorgungssicherheit zu gewährleisten, muss die EPR (d.h. Art. 9 und 10) vollständig umgesetzt sein, bevor die Regelungen zur vierten Reinigungsstufe greifen. Ein weiterbestehendes Problem sind alle in diesem Artikel genannten delegierten und implementierten Rechtsakte, bei denen leider keine Streichung erreicht werden konnte. Da die Streichung dieser Absätze sehr unrealistisch erscheint, sollte wenigstens ein nachvollziehbarer Zeitrahmen beschlossen werden, um Planungssicherheit zu gewährleisten. Betreffend Artikel 8 kann man noch
darauf verweisen, dass dem Wunsch des VÖWG nachgekommen wurde und die Verdünnungsrate nun auf Basis des Trockenwetterabflusses berechnet werden soll.

  • CA 21 – Artikel 9 – erweiterte Herstellerverantwortung

Das europäische Parlament sieht ein Modell der erweiterten Herstellerverantwortung vor, welches auf einer nationalen Beteiligung von 20 % aufbaut. Positiv zu sehen ist, dass die erweiterte Herstellerverantwortung unabhängig davon gelten soll, ob die in Verkehr gebrachten Produkte oder einzelne Bestandteile davon in einem Mitgliedstaat oder einem Drittland hergestellt wurden, ob die Hersteller einen Sitz in der Europäischen Union haben oder ob das Produkt über eine digitale Plattform in Verkehr gebracht wird. Mitgliedstaaten können weitere Sektoren hinzufügen, wenn nachgewiesen wird, dass die von diesem Sektor erzeugten Mikroverunreinigungen vorhanden sind.

Der VÖWG fordert weiterhin einen Vollkostenansatz ohne nationale Beteiligung, denn die Herstellerverantwortung ist ein essenzielles Instrument zur Umsetzung des Verursacherprinzips. Die vorgeschlagene Änderung würde die Hersteller teilweise aus ihrer Verantwortung entlassen und Teile der
Kosten an die öffentliche Hand und in weiterer Folge an die Bürger:innen abgeben. Ebenso würden durch die Aufteilung der Verantwortung/Kostenübernahme wiederum Unsicherheiten für die Kläranlagen- und Kanalbetreiber entstehen. Weiters ist leider nicht angefügt worden, dass die Durchführung der vierten
Reinigungsstufe gemäß Artikel 8 sowohl kostenintensiv ist als auch lange Vorlauf-, Planungs- und Ausbauphasen erfordert und somit sichergestellt werden muss, dass die Betreiber zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Investitionen auch tatsächlich auf entsprechende Mittel zugreifen können. Darüber hinaus
muss das EPR-System sicherstellen, dass die Kläranlagenbetreiber unabhängig und unbeeinflusst von den Erzeugerorganisationen über ihren Investitionsbedarf entscheiden und entsprechend über die Mittel verfügen können. Da es sich bei der Abwasserreinigung um eine wesentliche Leistung der Daseinsvorsorge handelt, muss eine Einflussnahme der Industrie auf die Art und Weise der Leistungserbringung, wie sie in der Abfallwirtschaft bereits besteht, verhindert werden. Ein bedeutender Schritt wäre eine gewisse Art von Kontrolle durch die öffentliche Hand.

Weitere Punkte, die in der Stellungnahme nachgelesen werden können sind Kommentare zu

  • Artikel 3 – CA 1 – Kanalisation
  • Artikel 6 – CA 4 – Zweitbehandlung
  • Artikel 11 – CA 9 – Energieneutralität kommunaler Abwasserbehandlungsanlagen
  • Artikel 15 – CA 13 – Wasserwiederverwendung und Einleitungen von kommunalem Abwasser
  • Artikel 21 – CA 18 – Überwachung

Die gesamte Stellungnahme ist hier zu finden: LINK zu PDF-Dokument

 

Kommunale Abwasserrichtlinie der EU – Update vom 20.10.2023

Autor: Reinhard Weidacher, Abwasserverband Bad Aussee

Am 05.10.2023 stimmte das Europäische Parlament mit 420 Stimmen (62 Gegenstimmen, 84 Enthaltungen) für den Entwurf der Kommunalabwasser-Richtlinie (UWWTD). Einige Änderungen gab es noch seit der Abstimmung des EU-Umweltausschusses am 20.09.2023. Hier eine Zusammenfassung:

  • Alle Anlagen >150.000 EW sollen bis 2040 eine 4. Stufe bekommen. PFAS und Mikroplastik sollen dabei mitgedacht werden.
  • Wenn Gemeinden mit 35.000-150.000 EW durch eine Risikobewertung nachweisen können, dass keine Gefahr für die Umwelt ausgeht, sind diese von einer 4. Stufe befreit.
  • Hersteller bezahlen für die 4. Reinigungsstufe mit. Das gilt als Anreiz zur Entwicklung umweltfreundlicherer Stoffe. Wichtig ist jedoch, entsprechende Stoffe zu definieren. Gesundheits- und Umweltschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
  • Betreiber von kommunalen Kläranlagen und der Kanalisation sollen die Möglichkeit haben, Indirekteinleiter zu überwachen.
  • Wasserwiederverwendung soll praktiziert werden, da wo sie sinnvoll und machbar ist. Hinweis der Kommission: die UWWTD enthält dazu schärfere Vorschläge als die EU-Verordnung zur Wasserwiederverwendung. Hier besteht noch Bedarf zur Vereinheitlichung.

Das muss zwar noch durch den EU-Rat, aber die Richtung ist klar.

Für weitere Informationen: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2023-0355_DE.html

Teilnehmer der Mitgliederversammlung im Dezember 2023

Autor: Andreas Zöscher, 19.01.2024

Am 14.12.2023 fand die alljährliche Mitgliederversammlung statt.

Nach den Grußworten und Bericht von Hofrat Dipl.-Ing.  Johann Wiedner, Leiter der Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit, wurden mit den Sitzungsteilnehmern verschiedene Themenschwerpunkte und Herausforderungen besprochen.

Unter anderem wurden folgende Inhalte diskutiert:

  • Öffentlichkeitsarbeit und Newsletter, praxisbezogener Umgang mit mobilen Trockentoiletten, UWWTD – was erwartet uns im Hinblick auf die Kommunale Abwasserrahmenrichtline, Abfallverbrennungsverordnung (P-Rückgewinnung) & AWG Novelle (Bahntransport),
  • Klärfacharbeiter Lehrabschluss NEU und Schwerarbeiter Tätigkeitsnachweis für die Pension, „Leitfaden“ betreffend Suppen und Saucen im Abfluss,
  • Das Straßenfahrzeug–Beschaffungsgesetz (SFBG), D&O Bündelversicherung

Pool

Autor: Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit, 27.11.2023

Nasses Vergnügen mit Verantwortung

Die ersten Sonnenstrahlen steigern die Lust auf den Badespaß im eigenen Pool. Mit der Anzahl der privaten Schwimmbäder steigen jedoch die benötigten Trinkwassermengen aus der öffentlichen Wasserversorgung. Auch die richtige Dosierung von Schwimmbadchemikalien und die Entsorgung von Schwimmbadabwässern verlangen Wissen und einen sorgsamen Umgang.

In einer Broschüre der Steiermärkischen Landesregierung finden sich praktische Tipps und Hinweise für Gemeinden und Betreiber von privaten Schwimmbädern, damit Grundwasser, Oberflächengewässer und nicht zuletzt die eigene Gesundheit durch den Badespaß nicht beeinträchtigt werden:

Download:

Broschüre „Pool – Nasses Vergnügen mit Verantwortung

Informationsblatt Schwimmbadabwässer

ÖWAV-Merkblatt Schwimmbadabwässer

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit unter der Adresse http://www.wasserwirtschaft.steiermark.at/pool.

Das perfekte Verbrechen am stillen Tat-Örtchen

Das perfekte Verbrechen am stillen Tat-Örtchen – warum Abfälle nicht in die Toilette gehören:

Plumps, Platsch und Putz-ab von Rolle haben die Übeltäter auf WC-frischer Tat ertappt und sagen ihnen den Kampf an!

Das Video:

 

 

tatort-toilette.de ist eine Initiative des Geschäftsbereichs Stadtentwässerung der Technischen Betriebe Remscheid.

ROHRSORGEN? VORSORGEN!

Rechtzeitig um unsere Trinkwasser- und Abwasserleitungen kümmern

Sauberes Trinkwasser aus der Leitung und eine funktionierende Abwasserentsorgung sind für uns selbstverständlich – rund 9 von 10 Haushalten in Österreich sind an das heimische Trinkwasser- und Abwassersystem angeschlossen. Vor einer Generation war das noch keineswegs so. In den letzten 60 Jahren wurden 65 Milliarden Euro in die Infrastruktur unserer Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung investiert und diese somit ausgebaut und erweitert. Um diese kostbare Infrastruktur zu erhalten, muss sie laufend geprüft und erneuert werden. Jährlich sollten etwa zwei Prozent aller Leitungen bzw. Versorgungsanlagen saniert werden. Geschieht dies nicht oder zu spät, machen sich unsere Rohre auf unangenehme Weise bemerkbar und verursachen durch Rohrbrüche oder Verstopfungen große Schäden, die teuer kommen.

Wusstest du/Wussten Sie , dass…

  • … die durchschnittliche Lebensdauer eines Rohres rund 50 Jahre beträgt?
  • …Roboter durch den Kanal fahren und so die Leitungen überprüfen?
  • …Lecks in Trinkwasserleitungen durch Abhören entdeckt werden können?
  • …beim Sanieren nicht immer alles aufgegraben werden muss, sondern auch ein Schlauch eingezogen werden kann, um die alte Leitung abzudichten?

Sichern wir gemeinsam unsere Netze und sorgen für die Zukunft vor!

Der Erhalt unserer Trinkwasser- und Abwassernetze liegt dabei nicht nur in der Verantwortung der Betreiber und öffentlichen Hand, am Privatgrund tragen Eigentümerinnen und Eigentümer in der Regel die Verantwortung für funktionsfähige Anschlüsse und Leitungen selbst. Schätzungen zu Folge sind die Hausanschlussleitungen ebenso lang wie die öffentlichen Leitungen. Zudem leistet jede und jeder von uns einen wichtigen Beitrag für ein funktionsfähiges Leitungsnetz und einen schonenden Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser durch Anschluss- und Benutzungsgebühren und einen verantwortungsvollen und vorausschauenden Umgang.

Mehr Informationen gibt‘s auf www.wasseraktiv.at/vorsorgen   

Arbeitsplatz Leitungsnetz

Die Trinkwasser- und Abwasserwirtschaft ist ein vielfältiges und wichtiges Berufs- und Tätigkeitsfeld und wird auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Sie wollen mehr darüber erfahren? Lerne /Lernen Sie die Personen kennen, die dafür sorgen, dass in der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung alles läuft: www.wasseraktiv.at/unser-service/vorsorgen/arbeitsplatz-leitungsnetz/

Über die Initiative

Die Initiative „VORSORGEN“ will das Bewusstsein für den Wert unseres Leitungsnetzes erhöhen und stellt Informationen rund ums Prüfen, Erneuern und Erhalten unserer Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur für Interessierte, Gemeinden, Städte und Regionen zur Verfügung.

 

Broschüre zum Download: https://www.wasseraktiv.at/vorsorgen_folder_2022_barrierefrei/
Vorsorge-Check für Kommunen: https://www.wasseraktiv.at/unser-service/vorsorgen/vorsorge-check/

 

„VORSORGEN“ wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft gemeinsam mit allen Bundesländern, ÖWAV, ÖVGW, Städtebund und Gemeindebund umgesetzt. Auch wir sind Teil der Initiative und wollen Informationen rund um den Erhalt unserer Trinkwasser- und Abwassersysteme weiter verbreiten.

 

Broschüre „Pool – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“

Die ersten Sonnenstrahlen steigern die Lust auf den Badespaß im eigenen Pool. Mit der Anzahl der privaten Schwimmbäder steigen jedoch die benötigten Trinkwassermengen aus der öffentlichen Wasserversorgung. Auch die richtige Dosierung von Schwimmbadchemikalien und die Entsorgung von Schwimmbadabwässern verlangen Wissen und einen sorgsamen Umgang.

Hier finden sich praktische Tipps und Hinweise für Gemeinden und Betreiber von privaten Schwimmbädern, damit Grundwasser, Oberflächengewässer und nicht zuletzt die eigene Gesundheit durch den Badespaß nicht beeinträchtigt werden:

Broschüre „Pool – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“
Informationsblatt Schwimmbadabwässer
ÖWAV-Merkblatt Schwimmbadabwässer

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit unter der Adresse www.wasserwirtschaft.steiermark.at/pool.

Herausgeber der Info-Broschüre:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 14 – Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit
Abteilung 15 – Referat für Gewässeraufsicht und Gewässerschutz

2. Umweltkirtag in Leoben

Die Besucher:innen erhalten einen spannenden Einblick in die Vielfalt der Angebote, die es im Verbandsgebiet des Abfallwirtschaftsverband Leoben gibt. Interessante Einblicke im Video!

Sie möchten einen kostenlosen Standplatz beim 2. Umweltkirtag reservieren? Melden Sie sich bei den Kolleg:innen des Abfallwirtschaftsverband Leoben: 03842/4062-425 oder edith.stoecklmayr@abfallwirtschaft.steiermark.at

Die GSA als Forschungspartner im CD-Labor

Das „CD-Labor für reststoffbasierte Geopolymer Baustoffe in der CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft“ verschreibt sich der Materialentwicklung auf Basis anorganischer industrieller Abfall- und Reststoffe.

Nachhaltig erzeugte Betonmixturen aus mineralischen Rest- und Abfallstoffen könnten künftig zementbasierten Beton, insbesondere in korrosionsanfälligen Anwendungsumgebungen wie Abwassersystemen, Bioabfallanlagen oder Tunneldrainagen, ersetzen – für Cyrill Grengg vom Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Graz ist das nicht nur ein erreichbares Ziel, sondern auch ökonomisch und ökologisch sinnvoll.

Er leitet das heute offiziell eröffnete „Christian Doppler Labor für reststoffbasierte Geopolymer Baustoffe in der CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft“. Er leitet das heute offiziell eröffnete „Christian Doppler Labor für reststoffbasierte Geopolymer Baustoffe in der CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft“ und hat für sein Vorhaben acht gewichtige Unternehmenspartner an der Seite: voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Stahl- und Walzwerk Marienhütte GmbH, brantner green solutions GmbH, Initiative Ziegel, Forschungsverein Stein- und keramischen Industrie, CharLine GmbH, Kirchdorfer Fertigteilholding GmbH, MM-Kanal- Rohr- Sanierung GmbH und die Gemeinschaft steirischer Abwasserentsorger (inklusive Linz AG und AWV Wiener Neustadt) sehen alle Potential in der Nutzung von Bauschutt, Schlacke, Hüttenschotter, Mineralwolle oder Asche für umweltverträglicheren und resistenteren Beton.

Weniger Zement, Ressourcen und Korrosion

Anorganische industrielle Sekundärrohstoffe, wie Schlacken und Aschen sowie Reststoffe, wie Mineralwollen und tonreiche Abbruchmaterialien, werden im CD-Labor weiterverarbeitet und je nach Bedarf und Verwendungszweck mit kohlenstoffreichen Abfallstoffen, wie (Alt)Ölen, Biomasse Reststoffen oder organischen Fasern, kombiniert. Das so entstandene Geopolymer ist eine Alternative zu zementbasiertem Beton: Es bietet vergleichbare Materialeigenschaften, hat eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen viele Arten der Korrosion und führt zu weniger Ressourcenverbrauch durch Recycling bisher deponierter Rest- und Abfallstoffe.

„Chemisch gesehen ist das Geopolymer etwas völlig anderes als Portlandzement, die physikalischen Eigenschaften sind aber sehr ähnlich oder zum Teil sogar besser“, sagt Cyrill Grengg, der vor allem in der wesentlich höheren Resistenz gegen Korrosion großes Potential in Geopolymeren sieht. Portlandzement ist im modernen Baugewerbe das mit Abstand meistverwendete Bindemittel. Allerdings ist er anfällig für Korrosion durch Wind, Wetter und andere Umwelteinflüsse, wie etwa (bio-)chemisch aggressives Abwasser aus Abwassersystemen und Kläranlagen. Das führt zu Sicherheitsproblemen und hohen Ausgaben für die Instandhaltung von Bauwerken: Weltweit werden durch Korrosion verursachte Kosten auf 2,5 Billionen US-Dollar (oder ca. 3,4 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts) geschätzt, große Anteile davon beziehen sich auf den Baustoff Beton.

Mehr Infos

© Lunghammer – TU GRAZ

Weltwassertag 2023

Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen der Erde. Es ist Ausgangspunkt für Leben, Träger und Regulierer von Ökosystemen, Landschaftsgestalter, Transportmedium, Energielieferant, schafft Platz für Erholung und vieles mehr.

Mehr Infos zum Weltwassertag 2023 bei generation blue, einer Initiative des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft.

Stakeholder Dialog MA48 und GSA

Im September 2022 fand auf Einladung der MA48 und Wien Energie ein Stakeholder Dialog mit der GSA zur aktuellen Situation der Klärschlammverwertung und die zukünftigen Anforderungen an das Verpflichtende Phosphor-Recycling aus Klärschlamm statt.

Dabei wurden die Ausgangssituation und legistische Zielsetzung erläutert, sowie Lösungen nach dem aktuellem Stand der Technik wie, Monoverbrennung von Klärschlamm und Phosphor Rückgewinnung aus der Klärschlammasche diskutiert.

Im Anschluss konnten sich die Diskussionsteilnehmer im Rahmen einer Betriebsbesichtigung über den Baufortschritt der Anlagen zur Klärschlammtrocknung sowie Klärschlammmonoverbrennung am Standort Simmeringer Haide der Wien Energie informieren.

Besonderes Interesse hat auch die Forschungsanlage „Waste2Value“ zur Produktion von Synthesegas als Basis für grünen Treibstoff aus Reststoffen hervorgerufen, welche ebenfalls im Rahmen der Exkursion präsentiert wurde.

https://positionen.wienenergie.at/blog/gastbeitrag-phosphorrueckgewinnung/